Wohnen und Arbeit gehören zusammen
Zum diesjährigen Welttag der sozialen Gerechtigkeit, der alljährlich am 20. Februar weltweit auf die Bedeutung fairer Chancen, sozialer Sicherheit und menschenwürdiger Lebensbedingungen hinweist, möchten wir den Blick bewusst auf den engen Zusammenhang von Wohnen, Arbeit und sozialer Gerechtigkeit richten. Und das kommt nicht von ungefähr: arbeit plus – Soziale Unternehmen Niederösterreich ist inhaltlich wie auch räumlich eng mit den Partnerorganisationen Gesa und dem Verein Wohnen verbunden!
In der täglichen Praxis zeigt sich, wie sehr stabile Wohnverhältnisse, existenzsichernde Arbeit und soziale Unterstützung ineinandergreifen.
Soziale Gerechtigkeit beginnt dort, wo Menschen ein sicheres Zuhause haben
Wohnen ist mehr als ein Dach über dem Kopf – es ist ein Menschenrecht. Doch Wohnen und Arbeit sind eng miteinander verwoben: Ohne Einkommen ist leistbarer Wohnraum kaum finanzierbar. Ohne stabile Wohnsituation ist es wiederum schwierig, einen Arbeitsplatz zu finden oder zu halten.
Soziale Realität in Österreich
- 206.000 Menschen sind gleichzeitig einkommensarm und sozial ausgegrenzt.
- 336.000 Menschen erleben erhebliche soziale Deprivation.
- Besonders betroffen sind Kinder, Alleinerziehende, arbeitslose Menschen, alleinstehende Frauen in der Pension sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen.
- Die Wohnkostenbelastung ist seit 2022 von 13 % auf 31 % der Haushalte gestiegen.
- Bei 567.000 Haushalten machen Wohnkosten mehr als 40 % des Einkommens aus.
Diese EU-SILC Zahlen stehen für konkrete Lebensrealitäten: für Menschen, die jeden Monat neu rechnen müssen, für Familien, die auf engem Raum leben, für Personen, die zwischen Miete und Lebensmitteln abwägen.
Wohnen sichert Stabilität – Arbeit schafft Perspektive
Soziale Unternehmen begleiten Menschen nicht nur bei der Jobsuche. Sie stabilisieren Lebenssituationen. Denn nachhaltige Arbeitsmarktintegration gelingt nur, wenn auch Wohnen, Gesundheit, Bildung und Energie leistbar bleiben.
- befristete, geförderte Beschäftigung
- Unterstützung beim (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt
- Beratung bei finanziellen und sozialen Herausforderungen
- enge Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Wohn- und Sozialberatung
Gerade in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten zeigt sich: Aktive Arbeitsmarktpolitik und leistbares Wohnen sind zwei Seiten derselben Medaille.
Soziale Maßnahmen wirken
Ein starker Sozialstaat reduziert die Abstiegsgefahr deutlich. Leistungen wie Arbeitslosengeld, Notstandshilfe oder Wohnbeihilfe sind keine Kostenfaktoren, sondern zentrale Instrumente sozialer Stabilität. Sie verhindern Armut, ermöglichen Übergänge und schaffen die Grundlage für neue Perspektiven.
- faire Chancen auf Arbeit
- leistbarer Wohnraum
- Schutz vor Armut
- Zugang zu Bildung, Energie und Gesundheit
- stabile Rahmenbedingungen für Soziale Unternehmen
Gemeinsam Perspektiven schaffen
Um diese Herausforderungen zu meistern, braucht es Zusammenarbeit: zwischen Sozialen Unternehmen, Wohninitiativen, Beratungsstellen, Politik und Zivilgesellschaft.
Gemeinsam schaffen wir Perspektiven – für leistbares Wohnen, faire Arbeit und eine gerechte Gesellschaft in Niederösterreich!
Wissens-Ressourcen
Die Armutskonferenz befasst sich in ihren Bestrebungen nach mehr sozialer Gerechtigkeit intensiv mit den Themen Wohnen und Arbeitsmarkt:
Beitragsbild © Gesa

