Beratungs- und Betreuungseinrichtungen, Gemeinnützige Beschäftigungsprojekte und Sozialökonomische Betriebe sind zentrale Bestandteile der Aktiven Arbeitsmarktpolitik. Sie begleiten Menschen mit vielfältigen Problemlagen auf ihrem Weg zurück in Beschäftigung – und stehen gleichzeitig vor der Herausforderung, qualitativ hochwertige Unterstützung unter zunehmend angespannten finanziellen Rahmenbedingungen anzubieten.
Eine aktuelle – im Auftrag der Arbeiterkammer Niederösterreich durchgeführte – Studie des Zentrums für Nonprofit-Organisationen und Social Impact der WU Wien analysiert die Situation arbeitsmarktbezogener sozialer Dienstleistungen in Niederösterreich und zeigt zentrale Herausforderungen sowie Reformansätze für eine nachhaltige Arbeitsmarktintegration auf.
Die Studie steht auf der > Website der Arbeiterkammer NÖ zum Download bereit.
Die Studie formuliert zentrale Reformansätze, um arbeitsmarktbezogene soziale Dienstleistungen in Niederösterreich langfristig wirksam und stabil weiterzuentwickeln:
- Mehr Zeit und Flexibilität für Teilnehmende
Die Dauer von Transitarbeitsplätzen soll bei Bedarf verlängert bzw. flexibler gestaltet werden, damit nachhaltige Integration besser gelingen kann. - Stärkere Zusammenarbeit zwischen Beratung und Beschäftigung
Engere Kooperationen, hybride Trägerstrukturen und besserer Informationsaustausch sollen Bruchstellen in der Unterstützungskette reduzieren. - Mehr betriebsnahe Beschäftigungsmodelle
Modelle wie Arbeitskräfteüberlassung, Praktika oder Arbeitstrainings in Unternehmen des ersten Arbeitsmarkts werden als wirksame Brücke in Beschäftigung gesehen. - Langfristige Planungssicherheit für Soziale Unternehmen
Längerfristige Förderverträge, Rücklagenbildung und ein gemeinsames strategisches Zielbild sollen Qualität, Stabilität und die Bindung von Schlüsselarbeitskräften sichern. - Stärkere Individualisierung statt starrer Zielgruppenlogik
Die Studie zeigt, dass komplexe Problemlagen individuelle Begleitung erfordern – statt zu enger, kleinteiliger Zielgruppenzuordnungen. - Bessere Übergänge im Unterstützungssystem
Schnittstellen zwischen AMS, Sozial- und Gesundheitssystem sowie unterschiedlichen Projekten sollen besser abgestimmt werden, um „Drehtüreffekte“ zu vermeiden. - Ausbau von regionalen Kooperationen und Outplacement
Die Zusammenarbeit mit Unternehmen sowie spezialisierte Outplacer:innen werden als wichtige Faktoren für nachhaltige Vermittlungserfolge hervorgehoben.
Art der Publikation: Studie
Autor:innen: Eva More-Hollerweger, Julian Kettl, Michelle Staudinger
Herausgeber: Zentrum für Nonprofit-Organisationen und Social Impact der WU Wien
Jahr: 2026
Symbolbild: © J.O.B

