Equal Care ist Altersvorsorge
Anlässlich des Equal Care Day am 1. März sowie des Tages der sozialen Gerechtigkeit am 20. Februar und des Internationalen Frauentages am 8. März lud das NÖ Armutsnetzwerk am 25. Februar 2026 zur Pressekonferenz ins Frauenzentrum St. Pölten.
In Anspielung an den Slogan “Ganze Männer machen halbe-halbe” aus den 90er-Jahren fragten Barbara Bühler vom NÖ Armutsnetzwerk, Luzia Lagler von Frauen für Frauen und Ursula Janesch von der Arbeiterkammer NÖ:
Wo sind die „ganzen“ Männer? Und wo bleiben die gesellschaftlichen Strukturen, die halbe-halbe ermöglichen?
Denn Sorge- oder Care-Arbeit ist, wie die Vertreterinnen des NÖ Armutsnetzwerks thematisieren, in Österreich nach wie vor ungleich verteilt: Während erwachsene Frauen täglich im Durchschnitt 4 Stunden und 19 Minuten mit unbezahlter Arbeit verbringen, sind es – lt. Zeitverwendungserhebung 2021/ 2022 Statistik Austria – bei Männern 2 Stunden und 29 Minuten.
“Werden bezahlte und unbezahlte Arbeit zusammengezählt, arbeiten Frauen mehr als Männer – dennoch sind viele im Alter von Armut bedroht,” fasst Barbara Bühler zusammen.
Ursula Janesch von der Arbeiterkammer NÖ spricht in diesem Zusammenhang vom “schädlichen Cocktail aus fehlenden Versicherungszeiten und geringem Einkommen“ und thematisiert die Möglichkeit der kostenlosen freiwilligen Pensionsversicherung für pflegende Angehörige als einen Baustein, um Altersarmut vorzubeugen: “Viele pflegende Angehörige wissen nicht, dass es die Möglichkeit einer kostenlosen freiwilligen Pensionsversicherung wegen Pflege gibt. Sie verzichten so auf kostbare Versicherungszeiten und eine Erhöhung ihrer künftigen monatlichen Pension,” betont Ursula Janesch von der Arbeiterkammer NÖ.
Luzia Lagler, Psychologin und Beraterin bei Frauen für Frauen berichtet aus der täglichen Beratungspraxis, dass “der Blick in den Pensionsrechner für viele Frauen ein Schock ist“.
„Solange Sorgearbeit überwiegend Frauensache bleibt und sozial nicht ausreichend abgesichert ist, produzieren wir Altersarmut mit Ansage.”
Um zu verhindern, dass unbezahlte Sorgearbeit zu Armut im Alter führt, fordert das NÖ Armutsnetzwerk Maßnahmen in unterschiedlichen Bereichen: Von der verpflichtenden Aufklärung über die langfristigen finanziellen Folgen unbezahlter Sorgearbeit, den Ausbau von Betreuungsangeboten für Kinder sowie für Pflege und Betreuung Erwachsener, bis hin zur fairen Entlohnung frauentypischer Berufe, der Anhebung der Richtsätze in der Ausgleichszulage („Mindestpension“) sowie eine Reform des Pensionsrechts dahingehend, dass “unbezahlte Sorgearbeit im Hinblick auf die Berechnung der Pension deutlich höher bewertet wird” so Barbara Bühler, stellvertretende Obfrau und Koordinatorin des NÖ Armutsnetzwerks.
Foto © NÖ Armutsnetzwerk

