Warum Frauen im Alter deutlich weniger Pension erhalten
Am 8. August 2026 ist Equal Pension Day in Niederösterreich. Bis zu diesem Tag haben Männer statistisch bereits so viel Pension erhalten, wie Frauen erst bis zum Jahresende beziehen werden. Anders gesagt: Frauen leben die verbleibenden 145 Tage des Jahres rechnerisch ohne Pension. Die Zahlen zeigen, wie groß die Ungleichheit nach wie vor ist: Frauen erhalten in Niederösterreich durchschnittlich 39,6 Prozent weniger Alterspension als Männer. Während Männer im Schnitt rund 2.778 Euro brutto pro Monat beziehen, erhalten Frauen durchschnittlich nur 1.678 Euro – das sind rund 1.100 Euro weniger pro Monat. (Arbeiterkammer NÖ, 2026)
Beruflicher Wiedereinstieg verhindert Altersarmut
Besonders betroffen sind Frauen, die nach längeren Familien- oder Pflegephasen wieder in den Arbeitsmarkt einsteigen möchten. Ein gelungener Wiedereinstieg bedeutet dabei weit mehr als ein aktuelles Einkommen: Er ist eine Investition in die eigene finanzielle Unabhängigkeit – heute und im Alter. Genau hier setzen Soziale Unternehmen an. Sie begleiten Menschen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt individuell beim Wiedereinstieg, bieten Qualifizierung, Beratung und geförderte Beschäftigung und schaffen damit nachhaltige Perspektiven. Jeder erfolgreiche Wiedereinstieg stärkt nicht nur die aktuelle Existenzsicherung, sondern verbessert langfristig auch die soziale Absicherung im Alter.
“Der Equal Pension Day macht sichtbar, was viele Frauen ein Leben lang erleben: Wer aufgrund von Kinderbetreuung oder der Pflege von Angehörigen beruflich zurücksteckt oder nur eingeschränkt arbeiten kann, zahlt am Ende auch bei der Pension drauf. Deshalb braucht es faire Chancen beim Wiedereinstieg, existenzsichernde Beschäftigung und einen Arbeitsmarkt, der Sorgearbeit nicht abstraft. Genau hier leisten Soziale Unternehmen einen wichtigen Beitrag,” so Martina Könighofer, stv. Geschäftsführerin von arbeit plus NÖ.
Auch arbeit plus – Soziale Unternehmen Österreich weist regelmäßig darauf hin, dass ein gelungener Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt wesentlich zur eigenständigen Existenzsicherung von Frauen beiträgt. Soziale Unternehmen schaffen Beschäftigung, Qualifizierung und individuelle Begleitung für Menschen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Verringerung sozialer Ungleichheit und zur Prävention von Altersarmut.
Gleiche Chancen schaffen – für heute und morgen
Die Pensionslücke wird sich nur schließen, wenn ihre Ursachen konsequent angegangen werden. Dazu gehören:
eine flächendeckende und leistbare Kinderbetreuung,
gerechte Verteilung von Care-Arbeit,
faire Einkommen und gleiche Bezahlung für gleichwertige Arbeit,
bessere Möglichkeiten, Vollzeit zu arbeiten, wenn dies gewünscht ist, sowie
wirksame Unterstützung beim beruflichen Wiedereinstieg.
Altersarmut ist kein individuelles Versagen. Sie ist vielfach die Folge struktureller Benachteiligungen, die Frauen über ihr gesamtes Erwerbsleben begleiten. Der Equal Pension Day erinnert jedes Jahr daran, dass echte Gleichstellung nicht erst bei der Pension beginnt. Sie beginnt bei gleichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt, fairer Bezahlung und Rahmenbedingungen, die Beruf und Sorgearbeit besser vereinbar machen.
Soziale Unternehmen leisten dazu täglich einen wichtigen Beitrag – indem sie Menschen neue berufliche Perspektiven eröffnen und damit den Grundstein für mehr finanzielle Sicherheit im Alter legen.
Quellen:
- Arbeiterkammer Niederösterreich (2026): Equal Pension Day 2026 in Niederösterreich – Gender Pension Gap NÖ 39,6 %, Equal Pension Day 8. August 2026, durchschnittliche Alterspension Männer 2.778 €, Frauen 1.678 €.
- BMFWF: Frauen und Pensionen 2026
- GPA: Equal Pension Day 2026 – Pension ab jetzt nur noch für Männer
- Österreichischer Gewerkschaftsbund (ÖGB): Equal Pension Day – Warum Altersarmut weiblich ist
- Österreichischer Städtebund / Stadt Wien (MA 23 & MA 57): Equal Pension Day 2026 – österreichweiter Gender Pension Gap 39,4 %.
Foto © Herbert Könighofer

