Im Jahr 2025 ist der Equal Pension Day für das Bundesland Niederösterreich mit dem 6. August datiert: Männer haben an diesem Tag statistisch gesehen bereits jene Pension erhalten, die Frauen erst bis Jahresende erhalten haben werden. Während Männer in NÖ eine durchschnittliche Alterspension von 2.641 Euro beziehen, sind es bei Frauen laut Pensionsversicherungs-Jahresstatistik lediglich 1.585 Euro brutto. Die Differenz beträgt somit ganze 40 Prozent (ÖGB, 2025).
Vor allem Teilzeit und Care-Arbeit senken Pensionsansprüche von Frauen enorm. Hauptfaktoren, die die Pensionslücke auseinander klaffen lassen, sind geringere Erwerbseinkommen, Teilzeitarbeit und Erwerbsunterbrechungen wegen Care-Arbeit. Zudem wird seit 1. Jänner 2024 wird das Frauenpensionsalter schrittweise angehoben und an jenes der Männer angeglichen. Frauen scheiden allerdings bereits jetzt aufgrund mehrfacher Arbeitsbelastung, Care-Arbeit, gesundheitlicher Probleme oder aufgrund von Altersdiskriminierung durch Unternehmen, schon vorher aus dem Erwerbsleben aus.
Gender Pension Gap
Der Gender Pension Gap bezeichnet den Unterschied zwischen den Pensionseinkommen von Frauen und Männern. Da Alterspensionen eine erwerbseinkommensabhängige Versicherungsleistung sind, liegt der Gender Pension Gap zumeist nochmals deutlich über dem Gender Pay Gap. Das heißt die Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen wirken auch nach Ende des aktiven Erwerbslebens.
Die Kombination aus niedrigerer Erwerbsbeteiligung, geringerem Stundenausmaß und im Schnitt niedrigeren Stundenlöhnen führt zu einer hohen geschlechtsspezifischen Pensionslücke. Nach Daten der Statistik Austria betrug diese im Jahr 2022 41,1% und schließt sich nur sehr langsam (Quelle: Statistik Austria 2024).
Dementsprechend ist es auch nicht verwunderlich, dass Altersarmut ein weiblich geprägtes Phänomen ist: 20% der Frauen über 65 galten 2023 als armutsgefährdet, jedoch nur 13% der Männer in derselben Altersgruppe. Diese Daten basieren auf der EU-SILC Erhebung, die Daten auf Haushaltsebene erfasst. Damit unterschätzen sie das Problem auf individueller Ebene tendenziell (arbeit plus 2025).
arbeit plus NÖ zum Equal Pension Day 2025
“Es ist höchste Zeit, dass wir die strukturellen Benachteiligungen von Frauen am Arbeitsmarkt abbauen – durch faire Bezahlung, bessere Kinderbetreuungsangebote und eine gerechte Verteilung von Care Arbeit. Altersarmut darf kein Frauenproblem bleiben.”
Maria Nirnsee, Geschäftsführerin von arbeit plus NÖ
Soziale Unternehmen im Netzwerk von arbeit plus – Soziale Unternehem Niederösterreich unterstützen Frauen dabei, sich am Arbeitsmarkt zurecht zu finden, Know How über Pensionsansprüche sowie zu Rechten und Pflichten im Kontext von Arbeit zu erlangen. Im Rahmen von Weiterbildungsangeboten und Formaten wie Migrantin goes online bietet arbeit plus NÖ Wissensvermittlung für Mitarbeiter:innen in Sozialen Unternehmen oder auch Klient:innen und Transitmitarbeiter:innen an.
Quellen:
arbeit plus Österreich, 2025: Frauen am Erwerbsarbeitsmarkt
Armutskonferenz, o. J.: Frauen und Armut
ÖGB, 2025: “Equal Pension Day 2025 – Darum bekommen Frauen weniger Pension”
Statistik Austria, 2024: Pensionen
Foto © Herbert Könighofer

