Die digitale Werkzeugkiste plus – Zwischenstand

Die digitale Werkzeugkiste ist ein Lerntool zur digitalen Inklusion arbeitsmarktferner Menschen. Es wurde von arbeit plus NÖ gemeinsam mit der FH St. Pölten im Rahmen von Digi + (finanziert aus Mitteln der Projektfonds Arbeit 4.0 der AK NÖ) 2020 – 22 implementiert, nähere Infos dazu findet ihr hier.

2025/26 wird die digitale Werkzeugkiste überarbeitet und um weitere Module ergänzt. Dies ist durch eine Förderung durch den OeAD möglich: Im Rahmen der Digitalen Kompetenzoffensive wurden österreichweit sieben Bildungsmaßnahmen beauftragt – einerseits zur Förderung digitaler Kompetenzen bei ausgrenzungsgefährdeten Zielgruppen, andererseits zur Entwicklung und Umsetzung innovativer Vermittlungskonzepte.  Auch unsere Maßnahme, die digitale Werkzeugkiste plus, ist Teil dieses Programms. Die Finanzierung erfolgt durch das Bundeskanzleramt, die Koordination übernimmt der OeAD (Geschäftsstelle Digitale Kompetenzen).

Die digitale Werkzeugkiste wurde bereits technisch neu aufgesetzt, inhaltlich überarbeitet und um neue, zeitgemäße Module zu Künstlicher Intelligenz, klimarelevanten Berufs- und Handlungsfeldern und zum neuen MeinAMS ergänzt. Aktuell sind die neuen Module bereits als Testversionen verfügbar.

Digitale Inklusion praktisch umgesetzt: Zwischenstand zur “digitalen Werkzeugkiste plus”

Die digitale Transformation betrifft alle Lebens- und Arbeitsbereiche – doch nicht alle Menschen profitieren gleichermaßen davon. Genau hier setzt das Projekt die digitale Werkzeugkiste plus von arbeit plus – Soziale Unternehmen Niederösterreich an. Nach den ersten Monaten der Umsetzung ziehen wir eine Zwischenbilanz und geben Einblick in neue Entwicklungen, Erfahrungen aus der Praxis und die nächsten Schritte.

Digitale Teilhabe als Schlüssel zur Arbeitsmarktintegration

Ziel der Digitalen Werkzeugkiste plus ist es, ausgrenzungsgefährdete Menschen gezielt dabei zu unterstützen, digitale Kompetenzen aufzubauen, zu festigen und selbstbewusst anzuwenden. Die Module sind praxisnah, niederschwellig und orientieren sich an den realen Anforderungen von Alltag und Arbeitsmarkt.

Projektleiterin Martina Könighofer betont die Bedeutung dieses Ansatzes: „Digitale Inklusion bedeutet für uns mehr als nur den Umgang mit Geräten zu lernen. Es geht darum, Menschen zu befähigen, digitale Werkzeuge selbstbestimmt zu nutzen – für ihre Jobsuche, ihren Arbeitsalltag und ihre gesellschaftliche Teilhabe.“

Drei neue Module erweitern die Werkzeugkiste

Im aktuellen Projektzeitraum wurde intensiv an der Weiterentwicklung der digitalen Werkzeugkiste gearbeitet. Drei neue Module ergänzen nun das bestehende Angebot und reagieren gezielt auf Bedarfe aus der Praxis:

KI & Jobsuche

Dieses Modul zeigt, wie Künstliche Intelligenz sinnvoll und verantwortungsvoll bei Jobsuche und Bewerbung eingesetzt werden kann. Teilnehmende lernen, KI-Tools zur Stellensuche, zur Erstellung und Verbesserung von Bewerbungsunterlagen sowie zur sprachlichen Unterstützung zu nutzen – mit Fokus auf kritische Bewertung und selbstbestimmten Einsatz.

Green Jobs & Green Skills

Dieses Modul verbindet digitale Kompetenzen mit ökologischer Transformation. Teilnehmende recherchieren klimarelevante Berufsfelder, lernen “Green Jobs” kennen und entwickeln ein Verständnis dafür, welche “Green Skills” am Arbeitsmarkt zunehmend gefragt sind – und wie digitale Tools dabei unterstützen können.

MeinAMS

Im Modul “MeinAMS” erwerben Anwender:innen die nötigen Kompetenzen, um das neue Online-Portal des AMS eigenständig zu nutzen. Im Mittelpunkt stehen digitale Kommunikation mit dem AMS, das Verwalten persönlicher Daten sowie ein sicherer Umgang mit digitalen Verwaltungsprozessen.

Co‑Creation und Praxisnähe als Erfolgsfaktoren

Die Modulerstellung erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen Programmierung, Trainer:innen und Sozialen Unternehmen. Rückmeldungen aus Pilot-Workshops und Schulungen fließen laufend in die Weiterentwicklung ein.

Philipp Vavra und Samy Hajar von qlp, der Digitalagentur, die mit der technischen Umsetzung betraut wurde, beschreiben den Entwicklungsprozess folgendermaßen: „Uns war wichtig, keine theoretischen Lernmodule zu bauen, sondern den User:innen praktische Werkzeuge in die Hand zu geben, die wirklich funktionieren – auch für Menschen mit wenig digitaler Vorerfahrung. Das ist uns ein großes Anliegen, da digitale auch gesellschaftliche Teilhabe bedeutet.“

Die Modulersteller:innen Rosemarie Pichler und Monika Mayerhofer von der Bildungs- und Berufsberatung NÖ, David Röthler und Jürgen Binder sind sich einig: „Digitale Inklusion gelingt dann, wenn Inhalte verständlich, visuell unterstützt und direkt anwendbar sind. Unsere Module sind so aufgebaut, dass Erfolgserlebnisse schnell möglich sind.“

Erste Erfahrungen und Beobachtungen

Die bisherigen Rückmeldungen zeigen: Die niederschwellige Gestaltung und der modulare Aufbau kommen bei den Teilnehmenden gut an. Besonders positiv hervorgehoben werden die Praxisorientierung und die Möglichkeit, im eigenen Tempo zu lernen. Niederschwellige Quizzes ermöglichen Erfolgserlebnisse. Die Option, nach jedem Modul ein Zertifikat zu erlangen, ist für die Teilnehmenden wichtig, zumal sie die Bestätigung des Auseinandersetzung mit digitalen Inhalten und somit den Erwerb wichtiger Skills in der Arbeitsuche dokumentiert.

Gleichzeitig bleibt der individuelle Unterstützungsbedarf hoch – ein Aspekt, der bewusst Teil des Konzepts ist. Gerade gegenüber neuen Technologien wie Künstlicher Intelligenz bestehen bei vielen Teilnehmenden nachvollziehbare Vorbehalte – etwa aufgrund von Datenschutzbedenken, mangelndem Vertrauen oder schlechten Vorerfahrungen –, die hier bewusst aufgegriffen und durch transparente, praxisnahe Vermittlung adressiert werden.

Ausblick

In den kommenden Monaten wird die digitale Werkzeugkiste plus weiter erprobt, adaptiert und ausgerollt. Geplant sind zusätzliche Schulungen, weitere inhaltliche Feinjustierungen sowie eine verstärkte Einbindung der Mitgliedsbetriebe von arbeit plus NÖ und den weiteren arbeit plus Landesnetzwerken.

Martina Könighofer fasst zusammen: „Unser Ziel ist es, digitale Kompetenzen nachhaltig zu verankern – als festen Bestandteil von Qualifizierung und sozialer Unternehmenspraxis. Die Digitale Werkzeugkiste plus ist dafür ein zentrales Instrument.“

Hand, die Smartphone hält. Auf dem Display ist "die digitale Werkzeugkiste plus" Website ersichtlich.