10 Jahre SOMA Krems – Ein Fest für eine „Insel der Menschlichkeit“

„Es ist großartig, dass es Einrichtungen wie den SOMA Krems gibt.“ So lautete der einhellige Tenor der FestrednerInnen und Gäste im Rahmen der Jubiläumsfeier „10 Jahre SOMA Krems“ in der Aula des Schulzentrums Krems. Gleichzeitig wurde jedoch die kritische Frage in den Mittelpunkt gerückt: Warum sind solche sozialen Einrichtungen überhaupt notwendig?

„Armut bekämpfen, nicht die Armen“

Viele Gäste folgten der Einladung von SOMA Krems in die Aula des Schulzentrums Krems.

 

 

 

 

 

 

 

 

„Wir leben in einer Gesellschaft des Überflusses. Viele Lebensmittel werden weggeworfen. Das ist keine gute Entwicklung“, meint Hannes Ziselsberger, Direktor der Caritas St. Pölten. Nicht nur bei Nahrungsmitteln, auch in der Arbeitswelt ortet der Caritas-Direktor ein Ungleichgewicht: „Es gibt nicht zu wenig Arbeit, aber zu wenig bezahlte Arbeit“. Und betont in seiner Rede auch den Schlüsselsatz, den SOMA für ihn ausmacht. „SOMA versucht, die Armut zu bekämpfen und nicht die Menschen, die arm sind.“

 

Hannes Ziselsberger, Direktor der Caritas St. Pölten.

 

Vier Säulen des Erfolgs

Obfrau des Vereins Jobcare, Dorothea Renner.

 

SOMA Krems war bei seiner Eröffnung nach dem SOMA St. Pölten der zweite Sozialmarkt in Niederösterreich. Die Arbeit von SOMA stützt sich auf vier Säulen. Als Beschäftigungsprojekt bietet SOMA Arbeitsplätze für langzeitbeschäftigungslose Personen. Die zweite Säule besteht darin, dass Menschen mit geringem Einkommen unterstützt werden, da die Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs zu sehr günstigen Preisen verkauft werden.

Anna-Lena Mägde, Projektleiterin bei SOMA Krems.

 

Säule drei steht unter dem Motto „verteilen statt vernichten“. Handel und Industrie stellen Produkte zur Verfügung, die noch zum Konsum geeignet sind. Wertvolle Nahrungsmittel werden so vor der Vernichtung bewahrt. Darüber hinaus ist SOMA – und das ist die vierte Säule – eine soziale Plattform. Alle SOMA Märkte betreiben Kaffeehäuser, in denen die KundInnen soziale Kontakte knüpfen und pflegen können.

Zehn Tonnen an Waren pro Monat

Peter Binder, ehemaliger Geschäftsführer SOMA Krems.

 

„Wir produzieren jeden Tag 25 Mittagessen“, fügt Peter Binder ein weiteres Angebot von SOMA Krems an. Der ehemalige Geschäftsführer war neun Jahre lang beim Sozialmarkt aktiv. Und kennt daher noch eine weitere interessante Kennzahl. „Die Durchlaufmenge an Waren beträgt insgesamt zehn Tonnen pro Monat“, erklärt Binder.

Reinhard Resch, Bürgermeister der Stadt Krems.

 

Reinhard Resch, Bürgermeister der Stadt Krems, weiß, dass der Bedarf an den Angeboten des SOMA Krems weiter steigt. „Vor Jahren hat eine Erhebung ergeben, dass der SOMA 3.000 potentielle KundInnen hat. Diese Zahl hat sich auf 6.000 gesteigert“, sagt Resch. „Derzeit nutzen 2.000 Menschen das Angebot. Und es werden mehr werden, das macht betroffen“, so der Bürgermeister.

„Insel der Menschlichkeit“

Landtagsabgeordneter Josef Edlinger.

 

Als „Insel der Menschlichkeit“ bezeichnet Landtagsabgeordneter Josef Edlinger den SOMA Krems. „Man hat hier ein menschliches Ambiente geschaffen, wo alle am Sozialleben teilhaben können“, so Edlinger.

Chef des AMS NÖ, Karl Fakler.

 

Die erfolgreichen Fakten in der zehnjährigen Geschichte der sozialen Einrichtung streicht der Chef des AMS NÖ, Karl Fakler, hervor. Insgesamt haben 129 Personen die Chance ergriffen, einen Weg aus der Arbeitslosigkeit zu finden. Ein Drittel der Beschäftigten hat danach einen Job am ersten Arbeitsmarkt gefunden. Acht Transitarbeitskräfte und drei Schlüsselarbeitskräfte sind derzeit in Krems beschäftigt. „Uns war von Anfang an klar, dass wir dieses Projekt unterstützen wollen. Hier lernen die Menschen den Umgang mit Kunden und können auch wieder Selbstbewusstsein tanken“, meint Fakler.